Morgens ins Büro kommen. Den Rechner starten. Emails checken und verfassen. Meeting mit dem Chef und im Anschluss eine Video-Konferenz mit den Kollegen in Singapur oder den USA. Heutzutage ein ganz normaler Arbeitstag. Doch technologisch gesehen befinden wir uns damit noch lange nicht am Ende. Augmented Reality (AR) wird der nächste große Trend, da ist sich auch Facebook-Gründer Marc Zuckerberg sicher. Im Jahr 2014 hat er für 2,23 Milliarden Dollar das Unternehmen Oculus Rift, jetzt Oculus VR, übernommen. Auch Microsoft, Google und Apple investieren Milliarden in die neue Technologie. Doch welchen Einfluss wird sie auf unsere zukünftige Arbeitsweise haben?

 

Sicher ist, dass die Arbeitswelt um einiges smarter wird. Auswirkungen wird es in sämtlichen Bereichen geben. Angefangen beim Recruiting für neue Mitarbeiter, über Meetings, bis hin zur Produktion. Nachfolgend stellen wir mögliche Einflüsse in bestimmte Bereiche vor:

 

Recruiting

Bewerbungseingang, Analyse des Bewerbers, Einladung zum Bewerbungsgespräch. Der Bewerber kommt zu einem persönlichen Gespräch in das Unternehmen, damit sich die Recruiter einen Eindruck von ihm machen können. Im besten Fall bekommt der Bewerber noch eine kurze Führung durch das Unternehmen und der Abteilung, der er angehören könnte. So sieht ein typisches Bewerbungsverfahren aus. Ausnahmen gibt es, wenn die Bewerber nicht vor Ort sind, sich beispielsweise im Ausland befinden. Dann kommen Telefon- oder Videointerviews zum Einsatz. Augmented Reality kann das Bewerbungsverfahren revolutionieren und damit sowohl Zeit, als auch Kosten sparen. Der Recruiter kann den Bewerber direkt zu einem virtuellen Gespräch einladen und sich so einen ersten Eindruck verschaffen. Anschließend kann sich der Bewerber in das Büro schalten und sich mit den zukünftigen Kollegen austauschen und sich den Arbeitsalltag ansehen. Gerade für Bewerber, die sich nicht vor Ort befinden, wäre dies eine hilfreiche Entwicklung. Per Telefon oder Video können sich auch die Recruiter oftmals kein richtiges Bild machen. Unter Umständen werden daraufhin falsche Personalentscheidungen getroffen.

 

Workplace

Eine echte Revolution könnte es am Arbeitsplatz geben. Bisher hat jeder seinen festen Platz mit seinem PC, ein bis drei Bildschirmen, Maus und Tastatur. Damit ist eine räumliche und platzmäßige Gebundenheit gegeben. Mit Hilfe von AR kann sich das ändern. Es können so viele Bildschirme und Fenster wie nötig geöffnet und neben- und übereinander angeordnet werden. Die Größen der Bildschirme werden an die Bedürfnisse angepasst. Ein Email-Symbol erscheint vor einem, sobald eine neue Mail eingeht. Das 3D-Modell an dem gerade gearbeitet wird, erscheint direkt vor einem. Datenbanken und Statistiken können direkt vor einem Visualisiert werden, was Fehler vermeidet. Notizen können an die virtuelle Pinnwand geschrieben werden. Dokumente werden virtuell abgelegt. Einzelne Bereiche können mit den Kollegen geteilt werden. Der Arbeitsplatz beschränkt sich nicht mehr auf den Bildschirm direkt vor einem, sondern wird zu einem 360-Grad-Erlebnis. Zudem ist die räumliche Bindung nicht mehr vorhanden. Es kann von überall gearbeitet werden. Egal ob im Café, im Zug, oder vielleicht beim Spazieren mit seinem Hund. Augmented Reality erspart Zeit und Geld.

 

Meetings

Ähnlich wie beim Bewerbungsgespräch können auch Meetings virtuell abgehalten werden. Außenmitarbeiter oder Mitarbeiter eines anderen Standortes müssen nicht mehr zur Zentrale kommen, um teilnehmen zu können. Das Telefonat mit dem Kollegen in Hongkong wird persönlicher und führt zu weniger Missverständnissen. Nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch die Mimik und Gestik können nun wahrgenommen werden. Es kann gemeinsam an dem Model gearbeitet und darüber gesprochen werden. In diesem Bereich wird nicht nur die Reisezeit, sondern vor allem die Reisekosten eingespart. Zudem führt es zu einer Fehlervermeidung und zu einer effektiveren Zusammenarbeit.

 

Productivity

Egal in welcher Abteilung, die Produktivität kann so gut wie überall durch AR gesteigert werden. Neben den bereits genannten Beispielen ist auch außerhalb des Büros in der Qualitätskontrolle, dem Lager und der Produktion eine effizientere Arbeitsweise möglich. Die Qualität und die Arbeitsweise sowie die Arbeitsbedingungen können beim Lieferanten direkt vor Ort vorgenommen werden, ohne anwesend zu sein. Per virtuellem Avatar oder per Hologramm kann die Ware vor Versendung überprüft werden. Im Lager kann direkt gesehen werden, was sich auf der Palette vor einem befindet, wo sie herkommt und wo sie hinsoll. Auch Laien können in der Produktion enorm an Effizienz zulegen indem zum Beispiel die Stelle, an der das nächste Teil eingebaut werden muss aufleuchtet. Dadurch wird die Fehlervermeidung verbessert und Anlernzeiten werden reduziert.

 

Fazit

In diesem Blogbeitrag haben wir nur wenige Anwendungsmöglichkeiten von AR vorgestellt. Zu sehen ist jedoch, dass AR in nahezu jedem Bereich in einem Unternehmen sinnvoll einsetzbar ist. Es kann dazu beitragen Prozesse zu optimieren, Produktivität zu steigern, Zeit und letztendlich vor allem Kosten einzusparen. Augmented Reality ist dabei keine ungreifbare Zukunftsmusik. Bereits heute gibt es erste Geräte von Microsoft, Google, Facebook, Apple und Co., die versuchen die virtuelle Realität in den Alltag zu integrieren. Jährlich werden Milliarden US-Dollar für die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich investiert und vielversprechende Startups werden für ebenso hohe Beträge aufgekauft. Sicherlich dauert es noch ein paar Jahre, bis die neue Technology den derzeitigen Arbeitsplatz ersetzt, aber erste Produkte sind bereits heute erhältlich. Wir bei 7Meter17 sind jedenfall begeistert und freuen uns auf die zekünftige Technik.