Bot or Not: Future of Messaging

Die Keynote von Bonin Bough war für uns das Highlight der diesjährigen Dmexco. Bekannt geworden ist der Marketing-Guru durch seine Arbeit für Oreo. Neben den „Daily Twists“, in welchen Bonin mit seinem Team die News eines jeden Tages in einem Post zusammenfasste und in den Socials postete, hat er die Marke immer wieder traumhaft inszeniert. Während des Stromausfalls beim Superbowl 2013 postete er zusammen mit einem Team innerhalb von 4 Minuten den folgenden Tweet – und heimste dafür zurecht einen Haufen Preise ein – Real-Time-Marketing wie es halt sein sollte (http://www.business-punk.com/2015/03/brandmaster-flash-bonin-bough-das-social-media-genie/):

 

Die Entwicklung der letzten Jahre

In der Keynote wurde zuerst auf die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich der Messenger eingegangen. Während es in 2011 nur eine Messaging-App (Skype) in die Top 10 der Appcharts schaffte, sind heute 6 von 10 der meistgenutzten Apps Messenger. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass die Unternehmen diesen Fakt in den letzten Jahren ignoriert haben und als Unternehmen in der Nutzung der Messenger immer noch nicht ganz präsent sind.

Im weiteren Verlauf der Keynote, wird die Signifikanz von Messaging-Apps und der gegenwärtigen Smartphonenutzung in den Vordergrund gestellt. Bei der Veröffentlichung seines Buches hat Bonin eine Umfrage mit der Fragestellung „Was ist das Letzte, was du dir vor dem Schlafengehen anschaust – deinen Partner oder dein Smartphone?“ gestartet. 80% der Leute antworteten mit „Smartphone“.

So wird weiterhin hervorgehoben, dass dieser Umgang mit Technologie Vorteile und Nachteile hat. Bspw. haben Frauen mit Tinder eine Art Double-Opt-in-Verfahren für Dates dazu bekommen und Männer müssen keine Angst mehr vor Ablehnung haben, da die Bestätigung der Zuneigung schon vor dem Date erfolgt. Auf der anderen Seite wird so der Weg des geringsten Widerstandes gefördert und einprägende Erinnerungen, welche bei der Charakterbildung eine große Rolle spielen, sind immer seltener der Fall.

Das nächste Thema war Erziehung und der Umgang der jüngeren Generationen mit dem Handy. Kinder bekommen momentan durchschnittlich im Alter von 12 Jahren ihr erstes Smartphone. Weiterhin wurde die konstante Beziehung von Eltern zu ihren Kindern hervorgehoben. Früher war es nicht Gang und Gäbe stetigen Kontakt mit seinen Eltern zu halten, heutzutage stehen Eltern und Kinder im stetigen Kontakt via Messaging. Hinzu kommt, dass jedes Smartphone ein kleines GPS-Gerät ist, welches Eltern den Aufenthaltsort der eigenen Kinder anzeigt (Markieren in den Socials etc.).

Weiterhin fand Bonin in seiner Studie heraus, dass von 80% aller Neugeborenen, Fotos innerhalb der ersten Stunde gemacht und auf Facebook hochgeladen werden. Dieses Phänomen betitelt er als Nelfie – the Newborn Selfie und lieferte uns gleich das passende Bild dazu:

Im selben Atemzug, führte Bonin den Wandel von der „Pee-time“ (=ich gehe einfach auf Toilette) zur „Me-time“ (=ich gehe auf Toilette und spiele mit meinem Smartphone) an. Er berichtet von Menschen, die Freunde belügen und einen Vorwand beim gemeinsamen Essen erfinden, um auf Toilette zu gehen und ihr Smartphone checken zu können – weil es ihnen sonst zu unangenehm wäre. Im Umkehrschluss heisst dies, dass das Smartphone uns in manchen Situationen wichtiger ist, als Zeit mit Menschen zu verbringen die uns Nahe stehen.

Warum B. Bough auf Messenger setzt

Bough ist sich sicher, dass Messenger ein Versprechen an Marketer & Unternehmen erfüllen können, welches die sozialen Medien nicht halten konnten – die 1:1-Kommunikation zwischen Marke/Unternehmen und User. Alle Learnings, die seit Jahren im Bereich des E-Mail-Marketings genutzt werden, müssen auf die Messenger neu gedacht und sinnvoll angewendet werden. Das Arbeiten mit Messengern, lässt ein Unternehmen in die wirklich private Umgebung eines Menschens eintauchen und schafft dabei die gewünschte 1:1-Kommunikation – anders als soziale Netzwerke wie Facebook, welche nur noch als eine Art Tageszeitung funktionieren sowie Familie, lose Bekanntschaften, Arbeitskollegen und Freunde unter einem Dach vereinen und trotz zahlreicher Filteroptionen irgendwie alle sozialen Kontakte in einen Topf schmeissen.

5 Milliarden aktive User in Messaging Apps bei einer Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden sprechen für sich. 

Chatbots können Unternehmen im Customer Service sowie im Marketing unterstützen und Prozesse automatisieren ohne „Mehrwert von der Stange“ zu liefern. Aus diesem Grund hat Bonin Bough als Venture Capitalist folgende Firmen in sein Portfolio aufgenommen, für weiterführende Informationen könnt ihr euch gerne auf den Websites der Companies informieren:

Fazit

Bonin Bough ist ein Speaker, der die Massen mitzieht und einen wirklichen Mehrwert bietet sowie Denkanstösse liefert. Für uns bietet die Keynote einen Anreiz, sich weiter mit dem Thema Chatsbots und Messaging auseinanderzusetzen. Seit geraumer Zeit versuchen wir schon, den Kundenservice unserer Kunden durch die Nutzung von Whatsapp zu erweitern, um dem Kunden die Wahl des Kontaktaufbaus zu lassen sowie diesem möglichst viele Freiräume und Touchpoints zu bieten. Uns ist jedoch klar, dass dieser erste Schritt nicht genug sein kann. Wir werden das Thema Chatbots & Messenger weiterverfolgen, um unseren Kunden einen First Mover Advantage zu sichern und bei dem Thema auf dem aktuellen Stand zu bleiben – unser Kerngeschäft bleibt jedoch die Entwicklung von Individualsoftware, Shops und mobile Apps.