Inklusion ist ein immer wichtiger werdendes Thema, egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder bei Freizeitaktivitäten. Menschen die sich auf Grund von Behinderungen von anderen unterscheiden, sollen nicht nur integriert, sondern inkludiert werden. Das bedeutet, ihnen das Leben so barrierefrei wie möglich zu gestalten, damit sie mit weniger, beziehungsweise mit keiner Hilfe von Anderen ihr Leben bestreiten können.

Auch die Internet-Nutzung soll diesen Menschen ermöglicht und erleichtert werden. Dies wurde auf politischer Ebene mit dem Erlass der Verordnung für barrierefreie Informationstechnik (BITV) deutlich. Diese Verordnung besagt nicht nur, dass sämtliche öffentlich zugänglichen Informations- und Kommunikationssysteme barrierefrei gestaltet werden sollen, sondern dabei auch auf Leichte Sprache zu achten ist.

Doch Behinderung ist nicht gleich Behinderung und nicht jeder hat dieselben Probleme und Einschränkungen. Es wird zunächst in die vier verschiedene Gruppen Seh-, Hör-, körperliche und geistige Behinderung unterschieden. Für jede dieser Gruppen gibt es verschiedene Lösungen die Betroffenen zu inkludieren.

Seh-Behinderung

Von Seh-Behinderung wird nicht nur bei Erblindung, sondern auch bei Sehfeld-Einschränkungen und Kontrastsehen gesprochen. Beim Kontrastsehen haben Betroffene Probleme mit der Wahrnehmung von Helligkeits- und Farbunterschieden. Im Internet kommen sie besser zurecht, wenn beispielsweise der Hintergrund schwarz und die Schrift darauf weiß ist. Durch Sehfeld-Einschränkungen können nur kleine Bereiche einer Internetseite auf einmal gesehen werden. Der Betroffene kann also Teile von Texten übersiehen. Lösung hierfür ist die Option von verschiedenen Schriftgrößen. Der schwerwiegendste Fall ist die Erblindung. Dem Nutzer ist es nicht möglich Inhalte auf der Website zu sehen. Doch auch hier gibt es eine Lösung: die digitalen Vorleser. Digitale Vorleser lesen dem Blinden Texte der Website vor, beschreiben was auf Bildern zu sehen ist und erleichtern ihm die Navigation. Um das bewerkstelligen zu können, muss die Seite sorgfältig programmiert sein. Das bedeutet Bilder, Menüpunkte, Buttons und alles Weitere muss im Hintergrund beschriftet und ausführlich beschrieben werden.

Hör-Behinderung

Hörgeschädigte können meist problemlos die Textinhalte von Webseiten lesen und sich durch das Internet navigieren. Probleme bekommen sie, wenn sie sich Videos angucken möchten. Hier wird in zwei Fälle unterschieden. Zum einen in Schwerhörigkeit, zum anderen in Gehörlosigkeit. Da Betroffene von Schwerhörigkeit oft Probleme haben alle Details in einem Film oder einem Video mitzubekommen, helfen ihnen Untertitel dabei Missverständnisse zu vermeiden. So können sie durch Mitlesen dem Geschehen folgen, ohne wichtige Inhalte zu verpassen. Ist jemand gehörlos, nimmt er keinerlei Geräusche war. Doch sie sind in der Lage die Schwingungen von Musik zu spüren, zu visualisieren und zu fühlen. Um dies zu erleichtern werden sogar immer mehr Musikvideos mit gehörlosen Tänzern bereitgestellt. Diese Tänzer setzen nicht nur den Textinhalt in Gebärdensprache, sondern auch die Vibrationen und den Rhythmus in Bewegungen um. Ein gutes Beispiel dafür sind die Videos in dem ARD-YouTube-Channel. Bereits 35 Musik-Videos wurden so für Gehörlose erstellt. Doch nicht nur in Musikvideos werden Gebärden-Dolmetscher genutzt. In den Online-Mediatheken der Fernsehsender werden vermehrt Nachrichtensendungen gedolmetscht. Hier geht es zum ARD-YouTube-Channel: https://www.youtube.com/playlist?list=PL8156F7E6C4E7B232

Körperliche Behinderung

Körperlich behinderte Menschen sind motorisch meist nicht in der Lage eine Computermaus als Steuerung zu bedienen. Für sie ist es allerdings möglich, sich über die Pfeiltasten der Tastatur durch das Internet zu manövrieren. Das Prinzip basiert dabei auf der Tab-Taste. Per Klick auf die Tasten kann durch die gesamte Website geklickt werden. Dafür ist ein sinnvoller und schlüssiger Aufbau der Seite unumgänglich, um nicht in Sackgassen zu landen. Die Benutzung von Standardtastaturen ist dabei auch oftmals ein Problem. Daher gibt es bereits speziell entwickelte Tastaturen mit weiteren Pfeiltasten, oder sogar Einhandtastaturen.

Geistige Behinderung

Komplexe Satzgebilde mit vielen Fremdwörtern sind ein großes Problem für Menschen mit geistiger Behinderung. Es sind zu viele Informationen pro Satz und zu viele Wörter, die sie so schnell nicht verstehen und verarbeiten können. Doch erleichtert wird dies, wenn ein paar Regeln beachtet werden. Dann verstehen auch geistig Behinderte, was sie auf ihrer Internetseite sagen wollen. Zunächst sollte darauf geachtet werden, nur kurze Sätze zu formulieren. Diese kurzen Sätze dürfen nur eine Aussage beinhalten. Liegt ein langer Satz vor, mit vielen Informationen, kann dieser einfach in mehrere kleinere Sätze geteilt werden. Wenn es unausweichlich ist Fremdwörter zu benutzen, müssen diese in dem Text erklärt werden. Bilder und kurze Videos unterstützen zusätzlich die Verständlichkeit des Textes. Und auch wenn sie eine einfache Sprache verwenden sollen, benutzen sie keine Kindersprache!

 

Unserer Meinung nach, sollte man offen für dieses Thema sein und sich mit den Gegebenheiten auseinandersetzen. Oft kann man durch geringe Mehraufwände einer Minderheit von Nutzern einen großen Schritt weiterhelfen.